Klinik für Somatoforme Störungen bzw. Somatisierungsstörungen | somatoforme Erkrankungen

für privat- und gesetzlich Versicherte

Somatoforme/Schmerz-Störungen:

Der Begriff „Somatoforme Störungen“ beschreibt eine Gruppe von verschiedenen psychischen Erkrankungen, die zusammen mit Depressionen und Angststörungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland gehören. Sie werden oft auch als „Somatisierungsstörung“ oder „funktionelle Störung“ bezeichnet. Ein wesentliches Merkmal sind körperliche Beschwerden oder Schmerzen mit unklarer Ursache.

Unklar“ bedeutet, dass durch medizinische Untersuchungen keine körperliche Ursache festgestellt werden konnte, die das Ausmaß der Beschwerden ausreichend erklären. Neben Schmerzen in verschiedenen Körperregionen (z.B. Rücken, Bauch, Kopf oder Gelenken) können auch Schwindel, Verdauungsbeschwerden oder Herz- und Atembeschwerden auftreten. Betroffene haben oft lange Odysseen zwischen verschiedenen Behandlern hinter sich, die sehr zehrend und kraftraubend sind. Dabei erleben sich die Patienten oft nicht vollkommen ernst genommen, oder gar als „eingebildete Kranke“ betrachtet. Eingebildet sind die Beschwerden jedoch ganz und gar nicht. Vielmehr ist ihre Quelle jedoch eine andere als die rein Körperliche. Oft besteht eine körperliche Komponente die durch psychische Anteile in ihrer Intensität verstärkt wird, aber auch die Psyche allein kann verschiedenste Symptome „herausbilden“ deren Ursachen z.B. in psychischen Konflikten oder insbesondere bei chronischen Schmerzen in „Körpererinnerungen“ zu suchen sind. Die Beschwerden ernst zu nehmen und die verschiedenen Ursachen und beeinflussenden Faktoren zu ergründen und dabei den Zusammenhang zwischen Körper und Seele besser einordnen zu können ermöglicht eine psychosomatische Behandlung.

Zur Gruppe der somatoformen Erkrankungen gehören:

  1. Somatisierungsstörungen:
    Diese sind gekennzeichnet durch vielfältige, in ihrer Intensität und Lokalisation wechselnde Körperbeschwerden die seit mindestens 2 Jahren bestehen; Sie bleiben ohne ausreichende organische Erklärung, obwohl verschiedene Behandler aufgesucht werden. Jedes Organ oder jede Körperregion kann betroffen sein. Mögliche Symptome sind zum Beispiel:
  • Sorgen, Nervosität, Schwächegefühl
  • Schluckbeschwerden
  • Kloßgefühl
  • Rückenschmerzen
  • Bauchschmerzen, Durchfall, Völlegefühl, Übelkeit z.T. bis zum Erbrechen
  • Schwindel
  • Kurzatmigkeit, Brustschmerzen
  • Schmerzen in Armen und Beinen
  • Taubheits- oder Kribbelgefühle
  • Häufiger Harndrang

 

  1. Hypochondrische Störungen
    Diese sind gekennzeichnet durch die anhaltende Überzeugung an einer schweren körperlichen Erkrankung oder Entstellung zu leiden. Die ständige Sorge um diese Überzeugung führen zum Aufsuchen diverser Behandler und dem Sich Aussetzen immer neuer Untersuchungen ohne dass eine körperliche Ursache nachgewiesen werden kann. Dabei sind die Ängste und Sorgen für die Erkrankten und ihre Angehörigen sehr quälend und rauben viel Kraft und Zeit.

 

  1. Somatoforme autonome Funktionsstörungen
    Bei den somatoformen Störungen leiden Betroffene unter körperlichen Beschwerden einzelner Organe/Organsysteme, für die sich keine ausreichende organische Erklärung finden lässt. Diese Störungsgruppe betrifft kann folgende einzelnen Organe oder Organsysteme betreffen:
  1. Herz-Kreislauf-System:
    Dabei leidet der Pat. z.B. unter Brustschmerzen und Druckgefühl in der Herzgegend, Atemnot und hat Sorge einen Herzinfarkt zu erleiden.
  2. Verdauungssystem:
    Dabei leidet der Patient z.B. unter rezidivierenden Magenbeschwerden/ brennenden Gefühlen im Bauchraum, erhöhter Anzahl von Toilettengängen, Völlegefühl oder dem Gefühl der Überblähung.
  3. Atemwegssystem:
    Dabei leidet der Patient z.B. unter Atemnot, Hyperventilation oder Engegefühle beim Atmen.
  4. Nieren-Blasensystem:
    Dabei leidet der Patient z.B. unter gehäuftem oder schmerzhaftem Wasserlassen.
  5. Anhaltende Schmerzstörungen:
    Bei der Anhaltenden Schmerzstörung leiden die Betroffenen unter andauernden schweren, quälenden Schmerzen, die nicht vollständig durch körperliche Ursachen erklärbar sind. Dabei müssen die Beschwerden definitionsgemäß mindestens 6 Monate bestehen und sind zum Zentrum des Lebensalltags der Patienten geworden. Die Schmerzen können dabei in unterschiedlichen Körperregionen wie im Rücken, Kopf oder wechselnd im ganzen Körper auftreten.

Das Schwierige an der gesamten Gruppe der somatoformen/ Schmerz-Störungen ist zumeist das Erkennen derselben. Die Betroffenen konsultieren über lange Zeit verschiedene Ärzte, häufig mit gravierenden Folgen z.B. durch invasive, aufwendige Untersuchungen bis hin zu Operationen, die dennoch ohne ausreichenden Behandlungserfolg bleiben.
Im psychosomatischen Behandlungssetting ist es nun die gemeinsame Aufgabe von Patient und therapeutischem Team den Zusammenhang zwischen körperlichen Beschwerden und deren seelischen Quellen zu ergründen. Dazu ist eine stationäre Behandlung im multiprofessionellen Team, d.h. mit therapeutischen Gesprächen aber auch non-verbalen Verfahren wie z.B. Musik-, Kunst oder Bewegungstherapie besonders gut geeignet.

Weiterführende Links:

Funktionelle Störungen, neues Verständnis, neue Therapiemöglichkeiten – ein kurzer Film: