Klinik für Panik- und Angststörungen

für privat- und gesetzlich Versicherte

Angst | Angststörung

Angst ist ein grundlegendes, lebensnotwendiges Gefühl, das uns als Alarmsignal und zum Schutz in gefährlichen Situationen dient. In der Gefahr steigert sie unsere Wachsamkeit und Reaktionsfähigkeit, so dass wir uns besser schützen können. Ist die Gefahr vorüber verschwindet die Angst wieder, so dass sich Körper und Seele wieder erholen können.

Zu hoher Belastung führt Angst jedoch dann, wenn sie ohne erkennbaren Grund auftritt, unangemessen stark ist, sich immer mehr ausweitet oder uns dauerhaft begleitet. Dann kann sie unseren Lebensalltag und damit unsere Lebensqualität stark einschränken und auch in unseren Beziehungen zur Belastung werden.

Es gibt unterschiedliche Formen der Angststörungen, die wie folgt gekennzeichnet sind:

Panikstörung:
Plötzlich ohne erkennbaren Anlass auftretende Angstattacken mit starken körperlichen Begleitreaktionen, wie z.B.

  • Herzrasen
  • Schwitzen
  • Zittern
  • Engegefühle
  • Atemnot
  • Schwindel.

Diese Ängste sind nicht an bestimmte Situationen gebunden und erscheinen die Betroffenen beliebig zu „überfallen“. In der Folge entwickelt sich häufig Angst vor erneuten Panikattacken – es entsteht die sogenannte „Angst vor der Angst“. Diese wiederum führt zu Vermeidungsverhalten mit Rückzug aus dem sozialen Leben. Auch depressive Gefühle, z.T. erhöhter Medikamenten- oder Alkoholkonsum gehören oft dazu. Selbst zu lebensmüden Gedanken kann es kommen.
Psychotherapeutische Hilfe ist im stationären Setting besonders gut möglich und bietet vielfältige therapeutische Möglichkeiten. Und auch die Wiederaufnahme sozialer Kontakte ist ein guter Schritt!

Generalisierte Angststörung:
Ständig vorhandene Angstgefühle im Sinne eines nicht kontrollierbaren Sich-Sorgen-Machens.

Die generalisierten Ängste gehen dabei über das alltägliche Sorgen machen weit hinaus. Denn sie sind mehrere Stunden täglich vorhanden, werden als stark bedrängend wahrgenommen und beziehen sich auf wechselnde Themen. Mal kreisen die Gedanken um die Kinder oder den Partner, dann um die eigene Gesundheit oder mögliche Unfälle. Die Sorgen lassen sich nicht kontrollieren oder beiseite schieben, sondern drängen sich immer wieder auf. Belastend für die Betroffenen sind neben den kreisenden Gedanken um das „Was wäre wenn…?“ auch körperliche Symptome wie z. B.:

  • Nervosität
  • Schwitzen
  • Zittern, Herzklopfen
  • Gefühl der Ruhelosigkeit
  • Leichte Ermüdbarkeit mit Konzentrationsschwierigkeiten
  • Reizbarkeit
  • Zeichen der erhöhten Muskelspannung (z.B. Kopf-, Rücken- oder Nacken-schmerzen)
  • Schlafstörungen

Oft suchen Betroffene wegen der körperlichen Beschwerden oder Konzentrationsproblemen einen Arzt auf, benennen aber ihr ständiges „Sich-Sorgen-Machen“ nicht, was die Diagnosestellung einer Generalisierten Angststörung oft sehr verzögert. Psychotherapeutische Hilfe ist im stationären Setting besonders gut möglich und bietet vielfältige therapeutische Möglichkeiten, darüber hinaus unterstützt sie auch die Wiederaufnahme sozialer Kontakte.

Agoraphobie:
Als Angst auslösender Faktoren sind bei der Agoraphobie öffentliche Plätze oder große Menschenmengen, wie z.B. auch in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Kaufhäusern oder aber auch fremde unbekannte Orte zentral.

Die Betroffenen ziehen sich daher immer mehr aus dem Alltagsleben zurück. Sie können z.B. nicht mehr allein nach draußen gehen, weil sie Orte an welchen sie Angstattacken befürchten zu vermeiden versuchen. Schließlich verlassen sie oft gar nicht mehr das Haus, so dass sie in alltäglichen Dingen wie Einkaufen abhängig von Unterstützung anderer werden. Die Ängste gehen mit unterschiedlichen Begleitsymptomen wie z.B. Schwindelanfällen, Ohnmachtsgefühlen und plötzlichem Verlust der Blasenkontrolle einher. Ein Teil der Betroffenen entwickelt dazu auch Angstanfälle im Sinne von Panikattacken (s.o.).
Psychotherapeutische Hilfe ist im stationären Setting besonders gut möglich, auch wenn Gruppentherapeutische Behandlungen eine große Herausforderung darstellen.

(Spezifische) Phobien:
Angst auslösender Faktoren bei den spezifischen Phobien ist meist eine bestimmte Situationen oder ein Objekt.

Besonderes bekannt sind die Spinnenphobie, die Flugangst oder Höhenangst. Definitionsgemäß muss diese Angst immer bei dem Objekt oder der Situation auftreten; außerdem vermeiden die Betroffenen die Konfrontation mit den Angst auslösenden Situationen bzw. Objekten.
Je nachdem wie gut die Vermeidung funktioniert, sind manche Menschen kaum eingeschränkt und können gut mit ihren Phobien leben.
Wird die Einschränkung jedoch zu groß, sollte psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch genommen werden.

Soziale Phobie:
Hier steht die Angst vor dem „beobachtenden Blick der anderen“ im Vordergrund.

Dieses Problem ist vielen Betroffenen schon aus der Schule bekannt. Es fiel ihnen dort z.B. besonders schwer Referate vorzutragen, sich mündlich zu beteiligen, oder anderweitig im Mittelpunkt zu stehen. Denn damit war immer die Angst verbunden beschämt, ausgelacht oder kritisch betrachtet und möglicherweise entwertet zu werden. Schließlich vermeiden Betroffene zunehmend verschiedene soziale Situationen wie z.B. das Essen in der Öffentlichkeit und schränken Sozialkontakte stark ein. Somit tritt zunehmende Isolation auf. Außerdem leiden Menschen mit sozialer Phobie meist unter einem stark verminderten Selbstwertgefühl und entwerten sich daher ständig selbst. Psychotherapeutische Hilfe ist im stationären Setting besonders gut möglich, auch wenn gruppentherapeutische Behandlungen eine große Herausforderung darstellen.

Weiterführende Links:

https://www.thieme.de/viamedici/klinik-faecher-neurologie-1538/a/leitsymptom-schwindel-karussell-im-kopf-24963.htm?p=all